Augenschmerzen - weg durch Muskelaktivierung

Als wichtigstes Sinnesorgan haben unsere Augen keinesfalls nur die Aufgabe, bewegte Bilder in den verschiedenen Regionen des Gehirns abzubilden. Sie sind auch Messfühler für unsere Position im All. Durch die automatische Ausrichtung auf einen tatsächlichen oder imaginären Horizont sind die Augen die wichtigsten Anker für unsere Position im Raum, zumindest in zivilisationsbedingter enger Umgebung. Am oberen Ende der Wirbelsäule mit Verbindung zum Schädel befindet sich eine Gruppe von zarten Muskeln, die die Bewegung der Wirbelsäule steuern und beeinflussen können. Sie sind mit den Augen verbunden und steuern so die Grundrichtung des Körpers.

Eine der wesentlichen Eigenschaften des Auges ist dessen Beweglichkeit. Schneller, als sich der Kopf bewegen könnte, haben die Augen ihr Ziel erfasst. Diese Augenmuskeln können sich in alle vier Richtungen ausrichten und sogar leicht drehen. Sie sind neurologisch verbunden mit den sie umgebenen Kopf- und Gesichtsmuskeln. Entsprechend ist die gegenseitige Beeinflussung gross.

Augenschmerzen können alleine auftreten, häufiger finden sich noch andere Symptome wie Juckreiz, gerötete Augen, Fremdkörpergefühl, tränende Augen, Übelkeit, Schwindel, Druckempfindlichkeit  oder Kieferschmerzen.

Unser modernes Leben gestattet es uns nicht mehr, unseren Kopf und unsere Augen genügend zu bewegen. Unsere engen Zimmer lassen gar nicht mehr zu, dass wir mit unseren Augen den Horizont nach Gefahren kontinuierlich absuchen und laufend von fern auf nah umschalten. Wir müssen die Bewegungsmuskeln der Augen nicht unentwegt beanspruchen und ebenso wenig die Instrumente für Nah- und Fernsicht.

In der mit Fettgewebe gepolsterten Augenhöhle kann sich der Augapfel ohne Gelenk und Hindernis frei bewegen. Kreuzförmig angeordnet sind die vier entsprechenden Muskeln, die eigentlich in der Kombination jede Augendrehung ermöglichen. Trotzdem gibt es noch einen weiteren Muskelstrang, der das Auge ein wenig um seine eigene Achse drehen kann. Wenn wir geradeaus sehen, können wir zumindest zur Seite alles bis 180° registrieren, ohne den Kopf zu bewegen, wenn auch unscharf. Die äusseren Augenmuskeln können das Ziel selbständig fixieren und damit scharf machen.

Die inneren Augenmuskeln haben eine ganz andere Aufgabe. Sie sind dazu da, die Linse flach oder bauchig werden zu lassen, sorgen also für eine perfekte Abbildung in weiter Entfernung und unmittelbar vor unserem Auge. Beide Muskelsysteme freuen sich über Abwechslung.

Der nach vorne gezogene Kopf beeinflusst auch die Augen

Unsere beugebetonte Haltung schafft bei vielen einen Rundrücken mit einem nach vorne geschobenen Kopf. Mit jedem nach vorne geschobenen Millimeter wird er schwerer. Die Kaumuskulatur und die seitlichen Gesichtsmuskeln werden gedehnt, verkrampfen sich und zwingen zu einem Zusammenbeissen der Zähne und einer Verspannung der gesamten Region. Die Augenmuskeln sind reaktiv auch betroffen.

Durch eintönige Computerarbeit, Fernsehen und Autofahrten verspannen wir im Nacken und in den Schultern. Der Kopf muss in Balance gehalten werden. Wenn wir starr in einer Position bleiben, blockieren die Halsmuskeln. Die Verkrampfung setzt sich nach oben fort. Die vielen kleinen Kopfmuskeln werden von wenigen gemeinsamen Nerven angesteuert. Die Augen mit ihren filigranen Bewegungsmustern gehören auch dazu.

Wenn keine Verletzung durch Fremdkörper, durch Verätzung oder eine Allergie die Ursache der Schmerzen ist, dann können alle Beschwerden auf einmal mit der myofaszialen Dehnung der Hals- und Kopfmuskulatur beseitigt werden. Das ist deswegen so erfolgreich, weil konsequent nicht nur die Augen behandelt werden. Welche Muskelketten versperren den Weg? Ein Muskel nach dem anderen wird gelockert und entspannt. Welche der zahlreichen Muskeln behandelt werden muss, lässt sich leicht erkennen. Die Sehnenenden schmerzen. Da es so viele Muskeln und Kombinationsmöglichkeiten gibt, sind mehrere Sitzungen wahrscheinlich.

Eine besondere Aufmerksamkeit verdienen die kleinen Muskeln, die den Augapfel Tag und Nacht nach allen Seiten hin bewegen. Wie kleine Finger fassen Sie den Augapfel an und drehen ihn mit einer erstaunlichen Präzision. Auch hier ist die Daueranspannung am anstrengendsten (Lesen, Fernsehen, Autofahren). Sie liegen zwar nicht ganz oberflächlich, aber mit einiger Erfahrung kann auch sie durch Drucktherapie sofort und wirkungsvoll beeinflussen. Wie nach einem mehrstündigen Schlaf sind plötzlich Druckgefühl und Augenschmerzen verschwunden. Augengymnastische Übungen werden den Erfolg unterstützen und verlängern und sind überhaupt jedem regelmässig zu empfehlen. Sie können die Sehkraft verbessern und Leistungsfähigkeit und Konzentration deutlich steigern.

 Therapie

         Verbesserung der Haltung

Sobald Sie sich im Freien aufhalten, bitte die Augen auf den Horizont ausrichten. Das verändert die Haltung sofort. Der Kopf muss gehoben werden und damit strafft sich der gesamte Körper, da durch einen fast reflexhaften Mechanismus die Rückenmuskulatur sofort koordiniert und ausgerichtet wird.

·         Häufiger wechseln von Nah- und Fernsicht

Immer mal wieder vom Computer oder Fernsehapparat aufschauen und in die nächste Ecke gucken. Zur gleichzeitigen Nackenentspannung Kopf nach hinten und an die Decke sehen. Dabei werden auch kurz die vorderen, verspannten Halsmuskeln gedehnt.

·         Augengymnastik

Mit geschlossenen Augen stellen Sie sich eine Uhr mit Zifferblatt vor.

a)    Sie fixieren die 12 und ziehen mit den Augen einen Strich zur 6. Danach von 9 zu 3. Nach 10 Kreuzen wechseln Sie die Richtung und ziehen die Striche von 6 zu 12 und von 3 zu 9. Ebenfalls 10mal.

b)    Bei der nächsten Übung verwenden Sie das gesamte Zifferblatt. Sie beginnen wieder bei 12-6, dann aber 1-7, 2-8, 3-9, 4-10, 5-11, 6-12 usw. im Uhrzeigersinn. Nach 5mal das ganze in entgegengesetzter Richtung.

Mit einer Rasterbrille (anstelle durch ein Glas sieht man durch eine schwarze Metallscheibe mit kleinen, ausgestanzten Löchern) kann man die Augenmuskeln nicht trainieren, wohl aber das Gehirn. Es ist gezwungen, eine Vielzahl von gleichzeitigen Abbildungen durch die Löcher zu verarbeiten. Da die Winkel ein wenig differieren, ist das zusammengesetzte Bild schärfer und klarer. Ausserdem fallen Streustrahlen weg. Wir können sowohl nah als auch fern besser sehen. Wir trainieren eine bessere Neuronenverknüpfung. Eine Spaltbrille wirkt ähnlich.

 

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Dr. J. A. Stuckensen
Giesshübelstrasse 66
8045 Zürich

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